figuren theater tübingen



„Poesie an Fäden“

„WUNDERKAMMER. Betrachtungen über das Staunen“ nennt sich dieses lebendige Panoptikum,
das drei Meister des Marionettenspiels hier gezaubert haben.
Die Idee ihrer Wunderkammer-Produktion leitet sich von den Kunstkammern und Raritätenkabinetten
der barocken Fürsten ab, in denen alles gesammelt wurde, was irgendwie außergewöhnlich war: von Steinen über
Tier- und Menschenpräparate, von Exotika bis zu freier bildender Kunst.
Das Marionettentheater bringt dies alles in unglaublicher Geschmeidigkeit in Bewegung.
Vor allem die skurrilen Figuren mit menschlichen Zügen beginnen dabei ein starkes Eigenleben zu entwickeln.
Und die Poesie, die von der bezwingenden Ästhetik dieser Bühnendarbietung ausgeht,
wird durch die wunderbare Musik noch verstärkt.
GEA, 15.04.2013

„Die Wunderkammertüte“

Zum Staunen das alles. Aber das Staunen hat auch eine Richtung. In diesem Figurentheaterstück
kann sich jeder nach Lust und Laune bedienen.
Wer will, kann seine Vorstellungskraft ganz von den poetischen Bildern gefangen nehmen lassen.
Man kann sich aber auch an den technischen Finessen, Fertigkeiten und Metamorphosen der Figuren erfreuen.
Das Schönste am Spiel liegt schließlich in der Überraschung.
Es ist also eine Wunderkammertüte aus der immer neue Einfälle schweben. Und überhaupt, wer führt hier eigentlich Regie: die Figur, ihr Spieler oder die Phantasie des Betrachters? Dieses ungewöhnliche Figurentheater überrascht von Bild zu Bild.
Zu sehen und zu staunen gibt es in dieser Wunderkammer viel.
Man sollte sich den Bildern und Klangräumen einfach aussetzen.
Schwäbisches Tagblatt, 15.04.2013

„Erfolgreiche Premiere der Wunderkammer“

Die überaus poesievolle Vorstellung „Wunderkammer“ besteht aus einer originellen Szenenfolge, in der sonderbare Gestalten die Hauptrollen spielen. Es sind grazile, zerbrechlich wirkende Fantasiefiguren oder außerirdisch erscheinende Fabelwesen, viele mit menschlichen Zügen, andere erinnern an Formen aus der Tier- oder Insektenwelt. Sie alle werden von den drei exzellenten Figurentheaterleuten zum Leben erweckt. Die Figuren bewegen sich frei schwebend im Raum oder sie tanzen anmutig und spielen auch mit ihren Fadenziehern. Aus dem Dunkel der Bühne magisch auftauchende Hände streicheln zu Beginn der Vorstellung zärtlich Alice-Therese Gottschalk. Immer wieder wird auch herzlich gelacht, weil manche Figuren mit dem Publikum kokettieren. Solche und ähnliche Szenen unterhalten die Besucher auf das Feinste. Raphael Mürle, Alice-Therese Gottschalk und Frank Soehnle inszenierten und realisierten ein 70 kurze Minuten dauerndes Meisterwerk, das am Freitag seine Premiere hatte, die unter lebhaftem, von Bravo-Rufen durchzogenem Beifall endete.
Pforzheimer Zeitung, 26.04.2013

„In scheinbarer Schwerelosigkeit“

In dieser Wunderkammer tummeln sich kuriose Wesen in Gläsern und Schachteln. Drei Figurenspieler laden zum Staunen ein indem sie mit virtuosem Spiel die Fadenfiguren zum Leben erwecken und ihnen ihr Eigenleben entwickeln lassen. In scheinbarer Schwerelosigkeit erobern die Figuren den Raum und ziehen die Zuschauer in ihren Bann. Dabei lassen die Figurenspieler durch ihr eigenes Agieren auf der Bühne die Grenze zwischen Marionette und Mensch verschwimmen. Sie setzen Farbakzente, verbinden sie mit Rhythmus und reizen die Möglichkeiten von Fadenfiguren mit ihrem versierten Können aus. Jede einzelne Marionette ist ein Kunstwerk.
Pforzheimer Kurier, 26.04.2013

„Ein Kaleidoskop der Fantasie“

Das muss man gesehen, gehört und erlebt haben! Ein wundervoller Abend voller Zauberkraft und Mystik, voller Anregungen und Assoziationen, von dem man lange zehren wird. Tosender Applaus im ausverkauften Theater zeigte, daß sich doch noch viele Menschen auf die Reise in die Fantasie mitnehmen lassen.
Straubinger Tagblatt, 28.03.2014

„Eine Hommage an die Magie der Figur“

Ganz gleich, ob ein Scheren-Monster den Faden zu zerschneiden sucht, an dem es hängt, filigrane Figuren auf Wolken tanzen, ein abstraktes Gebilde durch die Anmut der Bewegung menschliche Züge annimmt oder Mensch und Marionette ein wunderbares Pas de deux hinlegen: In der „Wunderkammer“ wird die Einheit von allem spürbar, zerfließen die Grenzen zwischen Wissenschaft und Kunst zugunsten eines großen, poetischen Gleichklangs, eines universellen Gemäldes, zu dem sich am Ende auch auf der Bühne alles zusammenfügt. Leises aber ganz und gar großartiges Theater.
Husumer Nachrichten, 21.09.2014

„Fabelwesen in Azurblau“

Unbedingt anschauen: Das Figurentheaterstück 'Wunderkammer'
Was für eine aufregende Reise ins Reich der Fantasie. Dorthin, wo die Sehnsucht nach dem Schönen wohnt – in unserer ‘ Wunderkammer’. So lautet auch der Titel des Figurentheaterstücks von Alice Therese Gottschalk, Raphael Mürle und Frank Soehnle. Die Künstler verbinden Impressionen aus Kunst, Musik und den bizarren Marionetten zum Gesamtkunstwerk.
Das hat nur ein Manko: seine Flüchtigkeit. Nach einer guten Stunde schon ist es verschwunden. Was soll man mehr bewundern: Die Kunstfertigkeit, mit der die drei ihre eleganten Geschöpfe mittels dünner Fäden zum Leben erwecken und scheinbar schwerelos durch den Raum schweben lassen? Oder die stoische Geduld der Darsteller, wenn sie selber von ihren Kunststoffwesen manipuliert werden? Aus Schatullen und Köfferchen tauchen die Marionetten-Kostbarkeiten auf. Goldene Hände beschmusen zärtlich das Gesicht der Spielerin. Bildern in Azurblau und Sonnengelb entwachsen gleichfarbige geschmeidige Fabelwesen, die nur aus Kopf, Armen und Beinen bestehen und von den Spielern Besitz ergreifen.
Eine fabelhafte Bühnenreflexion über die Kraft der Imagination im punktgenau bedächtigem Rhythmus der melodiös-sperrigen Kompositionen des Jazzpianisten Michael Wollny und Cellostücken von Bradley Kemp.
Suttgarter Nachrichten, 16.11.2013