figuren theater tübingen

salto.lamento

Dieser surreale Bilderbogen ist ein wort- und schwereloser Tanz auf den Gräbern. Eine sug-
gestive Meditation über die Metamorphosen des Vergänglichen. Eine poetische Beschwörung.
(...) Die Interaktion zwischen Musikern und Figuren gab den Zuschauern auch immer wieder
Gelegenheit zu gelöster Heiterkeit. Doch auch mancher verstörende Schreckensmoment wurde
durch die beruhigende Präsenz der beiden Musiker abgefangen. (...) Gebannt, atemlos, fas-
ziniert verfolgte das Premierenpublikum die grandiose poetische Totenbeschwörung. “
Schwäbisches Tagblatt 9/12/06

„Für einen Auftakt nach Maß sorgte das figuren theater tübingen mit „salto.lamento“.
Frank Soehnle läßt seine meisterlich geführten Figuren aus Asche und Laub auferstehen zu ihrer
Reise zur nächtlichen Seite der Dinge. Trotz all der Totenfratzen ziehen sie die Zuschauer mit ihrer
Schönheit unweigerlich in ihren Bann. Welche Poesie, welche Schönheit haben die Figuren
Frank Soehnles, die schwerelos tanzend die Metamorphosen des Vergänglichen beschwören.
Poetisch-dunkle Totentänze mit viel Charme.“
Ruhr Nachrichten 15/09/07

„Es ist gerade das Spiel mit der Andeutung, das dem Abend seinen Reiz gibt. Nahtlos greifen
Bilder, Klänge und das von Karin Ersching geführte Licht ineinander. Nahtlos fügt sich die
Choreografie (Karin Ould Chih) der Spieler in die der Puppen. Nahtlos entsteht Bild aus Bild,
Zusammenhänge werden angedeutet und wieder verschleiert, und in immer neuen Boxen
warten immer neue Figuren und Überraschungen. (...) salto.lamento führt in ein morbides
Zwischenreich. Mitten aus der Lebenslust grinst der Verfall, und immer wenn der Tod
scheinbar gesiegt hat, krabbelt neues Leben aus der Asche. (...) Am Ende viel Beifall
und Bravos für einen Figurentheaterabend, in den man richtig hineingesogen wird.“
Reutlinger Generalanzeiger 9/12/06

„Gewaltiges scheint federleicht zu sein, Unscheinbares entfaltet auf einmal
monströse Größe - souverän wie wenig andere geht Soehnle mit den Möglich-
keiten des Figurentheaters um. Er ist ein Staunender -und scheint sich
auch noch mitten im Spiel zu wundern, was so alles möglich ist. Absolut
leichtfertig changiert er zwischen Fantasiegestalten und konkreten
Figuren, entfacht auf einmal ein Feuer, vermengt Lustiges mit
Tragischem oder lässt beim Publi­kum auch mal den
Schauer über den Rücken laufen.“
Stuttgarter Nachrichten, 23/02/07

„Ein Spiel, das auch von der Verbindung mit der Musik lebt, die das Duo „rat'n'X" beisteuert, ebenso wie der Meister aller Figuren mit auf der Bühne. Dort zeigt Soehnle, dass er zu den besten Figurentheaterspielern der Stuttgarter Schule gehört. “
Ludwigsburger Kreiszeitung 26/02/07

„ ... Zum Auftakt der Ruhr Triennale zelebrierte Jan Fabre eine theatralische Totenmesse. Seiner überbordenden Thanatos-Huldigung setzt das figuren theater tübingen eine intime, konzentrierte Studie über alltägliches Sterben entgegen wie in einer Studioversion, die mit schräger Ironie in abendländischen Mythen schlürft. Im Bochumer Prinz Regent Theater begann das „Figurentheater der Nationen“ Festival tiefschwarz. Stabfiguren schraubten sich auf überlangen Beinen nach oben, staksig und beunruhigend. Wie von El Greco inspiriert. Aus Kästen und Urnen schweben Nachtmahre empor, die drei Spieler gönnen dem Bilderreigen über die Metamorphosen des Vergänglichen nur selten lichte Momente, wenn ein drolliges Schaf als Putzteufel die Relikte der Vergangenheit sauber wienert. (...) Wie nur im Figurentheater möglich, können sich die perfekt geführten Figuren auf wundersame Weise verwandeln.“
Westdeutsche Allgemeine Zeitung WAZ 14/09/07

„ ... Mit den beiden Musikern von rat’n’X (Johannes Frisch und Stefan Mertin), die Kontrabass, Bassklarinette und weitere Instrumente so meisterhaft spielen wie der Puppenspieler seine Figuren und Objekte und Karin Ersching das Licht, ist eine Komposition entstanden, die der sinnlichen Wahrnehmung keine Pause gönnt und den Zuschauer mit unmittelbarem Erleben so intensiv beschäftigt, dass Reflexion erst nachträglich möglich ist, soweit sie über die Verknüpfung der Wahrnehmungsebenen und der Momente hinausgeht, die die Einzelszenen zu einer „Handlung“ fügen. Genau abgestimmt agieren die „Instrumente“ – ob sie mit Tönen Stimmungen erzeugen oder Bilder virtuos verwandeln: die Spieler bewegen sich offen, die Abläufe sind klar strukturiert. Höhepunkte entstehen, wenn sie sich aufeinander beziehen, wenn zum Beispiel der kleine „Putzer“-Tod auch den Musiker einbezieht oder wenn der Spieler seine Figuren mimisch kommentiert - zwischen skeptischer Neugier und verschmitztem Aufmerken wechselnd. An einem Höhepunkt anderer Art lässt Soehnle die „Pferdefrau“ ihren exzentrischen Tanz tanzen; oder er lenkt mit einer winzigen Bewegung alle Augen im Publikum auf ein Detail seiner Figur, die mit dem Zuschauer direkt in Kontakt tritt. Dessen Erleben korrespondiert mit Assoziationen, ausgelöst durch kleine gestische Zeichnungen „menschlicher Ticks“, was seine Zustimmung findet, weil er Schwächen entdeckt hat, die er als seine eigenen belächelt - die „philosophische Höhe“ wird relativiert - und mit Verstörungen, die durch überraschende Verwandlungen das Vertrautwerden mit einem Bild oder einer gestischen Verhaltung verhindern und so Irritation erzeugen.
Noch lang nach der Vorstellung wirft die Erinnerung Fragen auf. Es macht neugierig und weckt die Lust, das Stück noch einmal zu sehen und einem Verstehen näher zu kommen. Es ist wie bei jeder großen Kunst, die bei wiederholter Begegnung den Genuss am Erlebnis mit der Freude am Verstehen steigern kann.“
Theater der Zeit, double, Feb 07

Frères humains, entrez dans la danse! Une danse macabre, belle, hypnotique et légère. Facétieuse, parfois. Mardi soir sur le plateau sombre de Beau-Site, la Mort est apparue, élégante dans ses voiles blancs, son grand sourire carnassier dissimulé sous la capeline vaporeuse. Et elle a dansé, la Mort, avec un homme en chair et en os. Sur le visage de Frank Sœhnle, marionnettiste virtuose, ont passé parfois des expressions aussi inquiétantes, troublant mimétisme, que le visage des créatures qui hantent «Salto lamento»... Des créatures qu'il manipule, prolonge, auxquelles il prête son propre corps.
Et ces créatures ont dansé elles aussi, elles se sont déployées en gestes lents et amples. Elles ont rampé, sautillé, volé, ondulé avec sensualité dans un royaume sans mots, lieu des métamorphoses et des lévitations poétiques. Elles ont surgi d'un tiroir ou sur une petite chaise grise, elles ont émergé d'un tas de papiers calcinés, sont nées de la cendre et ont disparu dans des caisses remplies de feuilles rousses.
Moments de grâce et moments piqués d'humour; moment très fort, comme une poignante mise à mort, quand le manipulateur décroche les fils de sa marionnette désarticulée...
«La mort nous emporte et nous plonge dans le silence», a soufflé Rilke au Figuren Theater de Tübingen. Pour évoquer les mystères déjà lovés dans la peau des hommes avant qu'ils disparaissent, la compagnie a composé son propre poème. Un poème visuel, qui s'écrit avec du papier, des bulles de lumière, des masques et des créatures hybrides, que l'on dirait sorties d'un bestiaire fabuleux. Un poème visuel habillé de notes jouées sur scène par deux musiciens, partenaires à part entière du jeu. Notes râpeuses ou veloutées du saxophone, de la clarinette, de la contrebasse, pour rythmer le bal étrange de ces solitaires qui parfois se frôlent ou se jettent des regards interloqués. C'est beau et cruel, à l'image de notre trajectoire vers l'humus, ou les étoiles.
l'express, Neuchatel, 08/11/2007

“Magique”, “Indiscriptible”, “incroyable”: les spectateurs rivalisent de superlatifs pour qualifier l'experience unique qu'ils viennent de vivre. Mais la reaction la repandue est encore la stupefaction pure et simple.
Perdu dans un univers etrange, peuple des personnages enigmatiques et declicieusement sombres, on ne peut que rester meduse par la maitrise et la fantasie de ce trio de marionettistes, musiciens ... et sans doute aussi un peu magiciens.
Bulletin, marionettissimo, Tournefeuille 11/2007

Sprinkled with melody and magic, the result is a tickling, slightly chilling reminder of the transience of life.
THE TIMES, 13/01/09

The piece is often absurdly, almost ridiculously beautiful. It transports you to a netherworld, a strange unsettling place that appears to represent the room of the mind and then rifles through the dusty closets and drawers of memory-raising spectres, both scary and surprisingly funny.
Figurentheater Tübingen can summon an eerie world that sits life and death side by side and allows them to embrace.
THE GUARDIAN, 13/01/09

The skill of chief puppeteer Frank Soehnle is second-to-none. The way he maipulates his charges is so outstanding that even in repose they seem somehow alive.
A visually arresting, witty and hauntingly beautiful spectacle.
THE STANDARD, 12/01/09